Sakrale Denkmäler der Grenzregion
An der deutsch-polnischen Grenze, inmitten der malerischen Landschaften des Odertals, stehen seit Jahrhunderten stille Zeugen der Geschichte wie Kirchen, Kapellen und andere Sakralbauten, die das geistige und kulturelle Gesicht der Region mitgeprägt haben. Auch wenn sie im Alltag oft verschlossen bleiben, inspirieren und begeistern ihre Schönheit, ihre Architektur und ihre außergewöhnliche Geschichte nach wie vor. Es sind Orte, an denen sich das Schicksal der Völker, die Traditionen der Konfessionen und die Erinnerung an vergangene Generationen verflechten.
Diese Publikation lädt Sie ein, einen einzigartigen Weg heiliger Denkmäler zu entdecken, der durch Gebiete auf beiden Seiten der Grenze führt. Es ist ein Vorschlag für alle – für Liebhaber von Geschichte und Architektur, für Freunde einer aktiven Erholung sowie für diejenigen, die einen Moment der Besinnung in einer Umgebung mit besonderem Charakter suchen. Der Weg lässt sich bei Radtouren oder dank moderner digitaler Lösungen auch virtuell erkunden.
An ausgewählten Objekten wurden QR-Codes angebracht, die es ermöglichen, einen Blick ins Innere der Kirchen zu werfen, einen virtuellen Rundgang zu unternehmen und ihre Geschichte unabhängig von der Tageszeit, der Erreichbarkeit oder dem Ort, an dem Sie sich gerade befinden, kennenzulernen. Diese Verbindung von Tradition und Moderne macht das Kulturerbe der Grenzregion für jedermann zugänglich.
Begeben Sie sich auf eine Reise auf einem Weg, der Grenzen und Zeit überschreitet! Entdecken Sie außergewöhnliche Sakraldenkmäler neu, im realen und virtuellen Raum.
Białków
Kirche St. Andreas Bobola
Die Kirche wurde 1841 als evangelische Kirche erbaut. Derzeit ist sie eine römisch-katholische Kirche. Das Gebäude besteht aus Ziegelsteinen und hat einen rechteckigen Kirchenraum, einen separaten Presbyterium und einen Turm an der Westseite.
Das Dorf und die evangelische Pfarrei werden bereits 1405 in Chroniken erwähnt. Nach 1945 gehörte die Kirche in Białków zur Pfarrei Cybinka. Die Pfarrei wurde am 24. Juni 1980 von Bischof Wilhelm Pluta errichtet. Ihr Gebiet wird von Menschen bewohnt, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Polesie und dem Konin-Gebiet umgesiedelt wurden.
Dąbroszyn
St.-Joseph-Kirche
Dies ist ein interessantes Beispiel für ein Sakralgebäude, das am Rande des Schloss- und Parkkomplexes errichtet wurde und ist eng mit den Besitzern verbunden.Die Kirche (ehemals eine protestantische Kirche) wurde vermutlich im späten 17. Jahrhundert nach dem Grundriss eines griechischen Kreuzes erbaut. Sie stand im Park, in der Nähe des Schlosses der Familie Schöning. Um 1700 wurde für Mitglieder dieser Familie ein Mausoleum errichtet. Es befand sich im nördlichen Querschiff. 1758 plünderten die Russen das Gebäude, weshalb sind nur wenige Elemente aus der Bauzeit erhalten geblieben. 1817 wurde an der Ostseite der Kirche eine Familienkapelle der Familie Dönhoff angebaut, die mit dem Gut Dąbroszyn verbunden war. In den Jahren 1825–1828 wurde das Gebäude im neugotischen Stil umgebaut. An der Westseite wurde ein Turm errichtet, der im unteren Teil rechteckig und im oberen sechseckig war und von einer pyramidenförmigen Kuppel gekrönt wurde.
Die St.-Josephs-Kirche ist ein einschiffiger Backsteinbau mit Sakristei und dem bereits erwähnten Turm. Die Fassaden sind mit pitzbogenfenstern verziert. Das Hauptschiff ist mit Satteldächern gedeckt. Der untere, viereckige Teil des Turms trägt eine große Terrasse mit Balustrade. Die Fenster und der Eingang an der Westseite sind spitzbogig. Im Mausoleum der Familie von Schöning befinden sich Grabinschriften von Hans Adam II. von Schöning und seiner Frau Johanna Margaretha von Pöllnitz sowie ihres Sohnes Johann Ludwig, der in einer Alabasterbüste verewigt ist. An der Ostseite der Kirche befindet sich die bereits erwähnte ehemalige Familiengrabkapelle der Familie von Dönhoff, die heute als Sakristei dient. Im südlichen Querschiff befinden sich die Galerie des Kollektors und der Eingang zur Krypta, in der sich der Sarkophag von Hans Adam von Schöning befindet. Der Kupfersarkophag ist unter anderem mit Zinn-Epitaphtafeln verziert. Die Krypta enthält außerdem Elemente anderer Sarkophage, wie Inschriften und Epitaphtafeln, sowie dekorative Details. Eine Messingschale aus dem späten 17. Jahrhundert, die 1998 bei der Inventarisierung der Krypta entdeckt wurde, gehörte zur ehemaligen Ausstattung der Kirche. Die Schale stammt von einem Taufbecken, das bis heute nicht vollständig erhalten ist.
Die neugotische Kirche aus dem Jahr 1827 liegt in der Nähe des Schlosses Dąbroszyn und ist Teil des Schloss- und Parkkomplexes Dąbroszyn. Die Krypta und das Mausoleum der Kirche können nach vorheriger Absprache mit dem Rathaus von Witnica besichtigt werden.
Górzyca
Kirche Unserer Lieben Frau von der Gottes Gnade
Die Kirche wurde 1412 von lebuser Bischof Jan III. von Borsznice an der Stelle einer früheren Holzkirche gegründet. Nach der Reformation ging die Kirche in protestantischen Besitz über. Nach dem großen Brand von 1757 wurde die Kirche wiederaufgebaut (1770 wurden ein Turm und drei Glocken hinzugefügt).
Sie wurde 1945 bei der Oderüberquerung erneut zerstört. Zwischen 1980 und 1982 wurde sie aus den Ruinen wiederaufgebaut und am 10. Oktober 1982 von Bischof Wilhelm Pluta geweiht.
Im Presbyterium befindet sich in der Mitte des Altars ein Gemälde Unserer Lieben Frau von der Gnade aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts; an den Seiten sind die Schutzpatrone Polens, der heilige Stanislaus und der heilige Wojciech, dargestellt; der Altar wird von Figuren der Heiligen Dreifaltigkeit bekrönt. Die Buntglasfenster zeigen Bilder von Heiligen und seligen Menschen sowie von herausragenden polnischen Herrschern, die mit der Geschichte des Lebuser Landes verbunden sind.
Kamień Wielki
Pfarrkirche St. Antonius von Padua
Die Pfarrei wird erstmals 1295 urkundlich erwähnt. Die Grenze zwischen Brandenburg und der Templer-kommandantur verlief durch Chwarszczany. 1337 existierten in Kamień Wielki drei Ritterorden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf zerstört.
Ab 1333 gehörte die Kirche zur Pfarrei Mościce und wurde im 16. Jahrhundert von den Lutheranern übernommen. Die heutige Pfarrei entstand 1959 durch die Teilung der Pfarrei Witnica, zu der sie eine Zweigstelle war. Erst am 6. Juni 1970 wurde sie von den staatlichen Behörden anerkannt.
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut, Ende des 15. Jahrhunderts durch den Anbau einer Kapelle (heute eine Vorhalle) erweitert und 1834 umgebaut, wobei ihre stilistischen Merkmale gingen verloren. 1863 wurde ein neugotischer Turm angebaut. Von der Reformation bis 1945 befand sich das Gebäude im Besitz der Protestanten. Es handelt sich um ein rechteckiges Backsteingebäude mit Ausrichtung nach Süden, einem Vestibül im Süden und einem Turm im Westen, beide mit einem Walmdach gedeckt. Das Kirchenschiff ist mit einer Decke, das Vestibül mit einem Kreuzrippengewölbe versehen.
Laski Lubuskie
Mariä Geburtskirche
Das Dorf Laski Lubuskie ist seit 1317 bekannt. Es gehörte den Lebuser Bischöfen mit dem Sitz in Górzyca. Das religiöse Zentrum war Górzyca, und dort befand sich die Kathedrale von Bischof Wilhelm aus dem Jahr 1252. Die bis heute erhaltene Kirche wurde im 15. Jahrhundert im romanischen Stil aus Stein und Ziegeln mit einem einzigen Kirchenschiff erbaut. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein massiver, vierstöckiger Turm angebaut, und die Fensteröffnungen wurden verputzt und verändert, wodurch die Kirche einen klassizistischen Charakter erhielt. Im 19. Jahrhundert wurde eine Vorhalle hinzugefügt. Der moderne Hauptaltar, der vom romanischen Stil inspiriert ist, wurde am 7. September 1947 geweiht. Im Zentrum des Altars befindet sich ein Gemälde der Gottesmutter von der Saat. Nach 1945 gehörte Laski Lubuskie zur Pfarrei Unserer Lieben Frau Königin von Polen in Słubice. Die Pfarrei Laski Lubuskie wurde am 8. August 1963 von Bischof W. Pluta gegründet. Sie entstand durch die Teilung der Pfarreien in Słubice, Kostrzyn und Ośno Lubuskie.
Radówek
Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz
Das Dorf Radówek (deutsch: Klein Rade) wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte den Bischöfen von Lebus; es wurde vermutlich im 13. Jahrhundert gegründet. Es ist nicht bekannt, ob hier vor dem Bau der spätgotischen Kirche bereits eine Kirche stand. Die Pfarrkirche aus Backstein wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert von Protestanten übernommen, die Zweigstellen in Radów und Pamięcin gründeten.1643 wurde ein Turm hinzugefügt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Reparaturen durchgeführt, jedoch ohne größere bauliche Veränderungen. 1945 wurde das Gebäude an die Katholiken zurückgegeben und Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz geweiht.
Die Kirche wurde im Zentrum des ovalen Dorfes auf einer ebenen Fläche, die von einem Friedhof umgeben ist, errichtet. Die Steinmauern bilden einen rechteckigen, hallenartigen Bau (16,5 x 11,1 m) ohne separaten Chorraum. Im Westen erhebt sich ein viereckiger Turm, der ursprünglich nur im unteren Bereich aus Ziegeln und vermutlich im oberen Bereich aus Holz errichtet wurde.
Die Fassaden sind mit einem Rhythmus aus Spitzbögen und in Ziegel gefassten Fenstern mit ausladenden Laibungen verziert. Es gibt keinen Sockel, jedoch ein Gesims unter dem Dachvorsprung. Das gesamte Gebäude ist von einem steilen Satteldach bedeckt, das im Osten von einem dreieckigen Giebel mit Blindfenstern bekrönt wird.
Der Eingang befindet sich in einem spitzbogigen, gestuften Portal im Turm. Der Innenraum ist nicht gewölbt – er besaß wahrscheinlich eine Holzdecke.
Die Kirche hat ihre spätgotische Form weitgehend bewahrt; spätere Anbauten umfassen eine nördliche Vorhalle, Dachgauben und eine Galerie. Die Umbauten haben die Fassadengestaltung teilweise verändert. Das gotische Portal und der Ostgiebel sind erhalten geblieben.
Radzików
Kirche Unserer Lieben Frau -Königin von Polen
Diese Kirche ist ein repräsentatives Beispiel für sakrale Fachwerkarchitektur in der Woiwodschaft Lebus. Das Dorf Radzików geht auf das Mittelalter zurück. Die Kirche wurde 1712 als protestantische Kirche erbaut, doch vermutlich existierte bereits zuvor eine Kirche im Dorf. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche von der Familie von Zastrow, den Besitzern des örtlichen Gutes, renoviert. Der Turm wurde wahrscheinlich nicht gleichzeitig mit der Kirche errichtet; er ist baulich nicht mit dem Hauptgebäude verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von Katholiken übernommen und 1946 geweiht. Drei Jahre später wurde das Gebäude renoviert, vermutlich im Zuge der Umgestaltung des Innenraums, um den Bedürfnissen des katholischen Glaubens gerecht zu werden. Eine weitere Renovierung erfolgte in den 1970er Jahren. Die jüngsten Bau- und Restaurierungsarbeiten wurden 2009 durchgeführt. Dabei wurden die Struktur verstärkt, das Dach erneuert und der Turm mit einer Zwiebelkugel gekrönt.
Die Kirche liegt auf einem erhöhten Podest nahe einer der Dorfzufahrtsstraßen und ist von einem Platz umgeben, der ursprünglich ein Friedhof war. Es handelt sich um ein Fachwerkgebäude in Seitenschiffbauweise mit einem dreiseitigen Presbyterium einer quadratischen Vorhalle im Süden und einem quadratischen Turm im Norden. Das Kirchenschiff ist mit einem Satteldach gedeckt, das im östlichen Bereich in ein Pultdach übergeht. Auch die Vorhalle ist mit einem Pultdach versehen. Der Turm trägt ein Walmdach. Die Fassaden sind durch eine Fachwerkkonstruktion mit verputzten Ausfachungen gegliedert.
Die Kanzel gehört noch zur ursprünglichen Ausstattung. Der Zugang zum Gebäude ist beschränkt. Führungen sind jedoch nach vorheriger telefonischer Anmeldung möglich.
Stańsk
Kirche St. Josef der Arbeiter
Das Dorf gehörte zu den Gütern der Lebuser Bischöfe des Górzyce-Reiches, bestätigt 1317. Um 1405, laut einer Beschreibung im Auftrag von Bischof Jan von Borschnic, verwaltete es 64 łans (davon 4 für den Pfarrer) und hatte bereits eine Pfarrei.
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut, wie die für die Zeit typische Bauweise der Mauern aus unregelmäßigen Feldsteinen mit Ziegelanteil belegt. Ein größerer Anteil an Ziegeln findet sich an den Fensterrahmen und am spitzbogigen Seiteneingang, was auf spätere Umbauten hindeutet. In unruhigen Zeiten diente die Kirche möglicherweise auch als Zufluchtsort für die Bewohner, wie das schmale Fenster in der Apsis des Presbyteriums zeigt.
Der massive Turm mit seiner großen Glockenöffnung hatte möglicherweise ebenfalls eine Verteidigungsfunktion. Solche Türme dienten auch als repräsentative Räume für den Adel – gemäß der mittelalterlichen Tradition der Klassentrennung. In Stańsk ist eine Spur eines solchen Raumes erhalten: eine zugemauerte Öffnung zum Kirchenschiff, die über eine Treppe von der Vorhalle aus zugänglich war.
In der Südwand befindet sich ein Priesterportal, das ausschließlich dem Klerus vorbehalten war. Nach 1945 war im Presbyterium ein Sakramentar zu sehen, der später zugemauert wurde. Ein besonderes Merkmal sind die drei Strebepfeiler, die die Presbyterium Wände am Hang verstärken – obwohl der Plan von 1913 nur zwei vorsah; der dritte wurde später hinzugefügt.
Stare Biskupice
Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria
Die erste Kirche, die bereits im 18. Jahrhundert an diesem Ort stand, war eine Zweigstelle der Kirche in Golice, wurde jedoch am 22. August 1782 durch einen Blitzschlagzerstört. Das Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte den Bau einer neuen Kirche notwendig, die zwischen den Herrenhausgebäuden im Westen und dem Dorfplatz im Osten errichtet wurde. Der Bau wurde 1867 abgeschlossen, und die Kirche kann noch heute in ihrer unveränderten Form bewundert werden. Die Kirche wurde im Stil der sogenannten Berliner Schule als hallenartiger Bau auf rechteckigem Grundriss aus Ziegeln mit einer neugotischen Fassade mit schlichter Gliederung errichtet. Schmale Fenster und eine Rosette über dem Eingang runden den Stil ab.
Żabice
Herz-Jesu-Kirche
Die Herz-Jesu-Kirche in Żabice in der Woiwodschaft Lebus ist eine Zweigkirche der römisch-katholischen Pfarrei in Czarnowo. Sie wurde jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Region, zu einer Kirche für die Anhänger römisch-katholischen Konfession gemacht. Zuvor diente die kleine, 1825 erbaute Halle als protestantische Kirche. Es handelt sich um ein Backsteingebäude mit verputzter Fassade und einem interessanten Innenraum mit einer beeindruckenden Decke
Altwustrow
Dorfkirche
Viele Gäste haben einen ganz besonderen Bezug zur Altwustrower Kirche. Sie sind hier getraut, konfirmiert oder getauft worden. Besonders ist aber auch die Ausstattung der Kirche – angenehm schlicht gehalten, aber dennoch mit einigen „Hinguckern“, wie dem Taufengel aus dem Jahr 1790 oder der handbemalten Papierdecke von 1873, die im norddeutschen Raum sehr selten ist.
Einzigartig ist diese Kirche aber auch deshalb, weil sie genau genommen ein Schwarzbau ist. 1789 erbaut und finanziert von den 13 hier lebenden Altwustrower Familien, Bauern und Fischer, nachdem ihnen der Bau eines Bethauses vom Königlichen Konsistorium untersagt worden war. So tarnten sie ihr Gotteshaus zunächst gewissermaßen als Scheune.
Als der illegale Kirchenbau dann bei einer Gemeindevisitation aufflog und die Altwustrower sich der Anweisung, ihre Kirche abzureißen, standhaft widersetzten, ließ man sie gewähren – allerdings nur unter der Bedingung, dass sie alle zukünftigen Bau- und Reparationsmaßnahmen aus eigener Tasche zu zahlen hatten. Damit waren sie einverstanden und setzten 1832 an ihre Kirche noch einen Turm. Dass die Kirche vollkommen aus eigenen Mitteln entstanden ist, schrieben die Altwustrower Bauern ausdrücklich neben den Kanzelaltar, der mit seinen Trompetenengeln noch vollständig erhalten ist.
Bralitz
Evangelische Kirche
Im Zentrum des Dorfes Bralitz liegt die im neugotischen Stil aus roten Ziegelsteinen errichtete Kirche des Ortes, als hätte dort schon immer eine Kirche gestanden. Die meiste Zeit in der Geschichte des Dorfes jedoch hatte Bralitz gar keine Kirche. Erst durch die Industrialisierung und mit Anwachsen der Bevölkerungszahl wuchs der Wunsch ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Nach langer Planungszeit ab den frühen 1870er Jahren wurde die Kirche am Ende 1889 von Ernst Milde geplant und der Grundstein am 5. Mai gelegt. Bereits am 7. November des Jahres konnte dann die Einweihung vorgenommen werden. Es entstand eine dreischiffige Hallenkirche mit für Dorfkirchen untypischer Kreuzgewölbedecke und einem 51 m hohem Turm mit Pyramidendach, in dem mittlerweile drei Stahlglocken hängen. Im Inneren wurde die Kirche mit Efeuelementen und Eichenlaub bemalt. Außerdem finden sich auf den Emporen 39 eiserne Kreuze, die an die Verstorbenen des Ortes während des Zweiten Weltkrieges erinnern. Tritt man in die Kirche, so geht man durch den Vorraum unter dem Turm hindurch, in dem sich zwei Treppen zur Empore befinden. Der Altar, auf den der Blick zuerst fällt, wenn man ins Innere tritt, stamnmt aus der Bauzeit und wurde aus Königsberg (Neumark) von der Werkstatt Köppen errichtet. Ebenfalls ist die Kanzel noch aus der Bauzeit. Auf den Emporen steht eine Sauer-Orgel mit 13 Registern, die 1890 errichtet und 2010-2015 restauriert wurde. Ihr Spieltisch ist so angeordnet, dass der Organist mit Blick in Richtung Altar spielt. Nach Beschädigungen durch den 2. Weltkrieg wurden insbesondere in den 1950er Jahren Reparaturen notwendig. In den 90er Jahren wurde die Innenausmalung erneuert.
Noch heute ist die Kirche insbesondere für Konzerte, aber auch für Hochzeiten ein beliebter und klanglich schöner Raum, in dem sich regelmäßig Menschen versammeln. Zur Belebung trägt auch der Orgelförderverein bei. Mag der Ort Bralitz lange Zeit keine eigene Kirche besessen haben, so ist sie nun aus dem Dorfbild nicht mehr wegzudenken.
Falkenhagen
Kirche
Die ungewöhnlich große, im 13. Jahrhundert als dreischiffige Basilika errichtete Falkenhagener Kirche sollte Mittelpunkt des 1321 urkundlich erwähnten Städtchens Falkenhagen werden. 1801 erfolgte der Abriss der baufälligen Seitenschiffe, deren Vermauerungen in den Außenwänden noch gut erkennbar sind. 1945 wurde die Kirche durch Beschuss im Zusammenhang der Kämpfe auf den Seelower Höhen erheblich zerstört. Die beiden größeren Glocken aus dem Läutewerk (von 1842/43) sind bereits während des Krieges beschlagnahmt und eingeschmolzen worden. Der frühbarocke Altar wurde 1965 niedergelegt, da "sich eine Konservierung nicht mehr lohne". Erhalten geblieben sind das Taufbecken aus dem Anfang des 17. Jh., zu dem eine achteckige Taufschale von 1691 gehört, die alte Kanzel an der Schnittstelle zwischen Chorraum und Kirchenschiff und das große Sandsteinrelief für Levin von Burgsdorff (1574). 1999 konnte die umfangreiche Innensanierung der Kirche abgeschlossen werden. In dem Zusammenhang erhielt die Kirche wieder eine Orgel des Berliner Orgelbauers Carl August Buchholz (von ca. 1848), die ursprünglich für die französisch-reformierte Kirche in Soldin/Neumark gebaut wurde. Die Um- und Instandsetzung wurde von der Orgelbaufirma Christian Scheffler aus dem nahe gelegenen Sieversdorf vorgenommen.
Groß Rietz
Dorfkirche
Die Kirche ist ein rechteckiger Putzbau aus dem Jahr 1704 mit rechtreckigen Fenstern und einem quadratischen Turm im Westen, erbaut 1791. Im Turm hängen drei Glocken; eine mittelgroße und eine große Stahlglocke aus dem Jahr 1925 und eine mittelgroße Bronzeglocke aus dem Jahr 1737. Die letztgenannte Glocke wurde von Johann Friedrich Schramm aus Frankfurt (Oder) gegossen. Die obeliskenförmige Turmspitze stammt aus dem Jahr 1909.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche zweimal umfassend saniert. Bei der ersten Sanierung fand in den Jahren (1974-1978) wurden unter anderem ein Holzfußboden verlegt, der Kirchenraum grundlegend umgestaltet und die schadhaften Kirchenbankblöcke durch Stühle ersetzt. Außerdem wurde die Kanzel und der Altaraufsatz restauriert. Während der zweiten Sanierung (1994-1997) wurden unter anderem die Dachkonstruktion erneuert, das Dach neu eingedeckt und die Kirche mit neuem Außenputz versehen. Im Inneren wurden das verputzte Tonnengewölbe rekonstruiert und die Wände neu gestrichen.
Das Epitaph für Hans Georg von der Marwitz (gestorben 1704) an der Südwand ist aus Gipsstuck und Marmor gearbeitet. Vor der großen Draperie, die von Putten gehalten wird, befindet sich die geschwungene Vitentafel über einer Konsole mit Wappen und Symbolen der Vergänglichkeit. steht Die Porträtbüste des Verstorbenen über der Vitentafel wird von zwei weiblichen Allegorien flankiert. Dieses Wandepitaph wird dem Umkreis von Andreas Schlüter zugeordnet und ist vermutlich von Johann Georg Blume geschaffen worden.
Der Messing-Kronleuchter entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auf der Westempore steht die Orgel, Werk des Fürstenwalder Orgelbauers Johann Gottlob Teschner aus dem Jahr 1853. Das Instrument hat Manual, Pedal und acht Register.
Hohensaaten
Dorfkirche
Schon aus weiter Ferne grüßt der schlanke, mit gotisierenden Schmuckelementen verzierte Kirchturm den Besucher des in der südöstlichsten Ecke der Uckermark gelegenen Dorfes Hohensaaten. Das neugotische Kirchgebäude ist eine von „drei Schwestern“, es geht gemeinsam mit den nahegelegenen Kirchen in Brodowin und Oderberg auf den preußischen Hofbaumeister Friedrich August Stüler (1800 -1865) zurück, ein Schüler und Nachfolger von Karl-Friedrich Schinkel.
Die August-Stuler-Kirche, die 1860 geweiht wurde, war schon damals und ist bis heute deutlich zu groß für das ehemalige Fischerdorf an der Oder.Als der Vorgängerbau, ein aus dem Jahre 1687 stammender, sich den umliegenden Fischerhäusern anpassender Fachwerkbau inmitten eines von Maulbeerbäumen umsäumten Friedhofes, baufällig geworden war, fehlten der Gemeinde die finanziellen Mittel für einen Ersatzbau. Mitglieder der Gemeindekirchenrates reisten deshalb mit ihrem Pfarrer nach Berlin und erhielten in einer Audienz beim König Friedrich Wilhelm IV. die benötigten Gelder für den Neubau. Gegen den Willen der Gemeinde wurde nun aber ein Kirchbau geplant und innerhalb von zwei Jahren ausgeführt, der mit 400 Sitzplätzen bei 380 Einwohnern schon damals deutlich zu groß war und dessen Erhalt seitdem eine Herausforderung darstellt. So traf die Kirche am 2. Pfingstfeiertag 1901 ein Blitzschlag, durch den der Turmhelm so stark beschädigt wurde, dass er bis zum Glockengeschoss abgetragen werden musste. Erst 1904 konnte er in der jetzigen Form wieder aufgebaut werden. Weitaus größer waren die Schäden, die im Frühjahr 1945 während der Kampfhandlungen an der Oder am Turm und am Kirchenschiff entstanden. Erst im Jahre 1951 konnte die Kirche wieder als Gotteshaus genutzt werden. Doch nur die gröbsten Kriegsschäden am Schiff und später auch am Turm konnten in den kirchenfeindlichen DDR-Zeiten beseitigt werden. Erst ab 1990 wurde es möglich, durch großzügige Bereitstellung von Fördermitteln und durch zahlreiche private Spenden in mehreren Etappen eine umfangreiche Sanierung nach Stülerschen Entwürfen durchzuführen, so dass das heutige Erscheinungsbild wieder dem Original entspricht. Derzeit sammelt die Kirchengemeinde Mittel für die originalgetreue Restaurierung der Orgel, die von dem Bad Freienwalder Orgelbaumeister Georg Mickley stammt.
Merz
Dorfkirche
Die Kirche ist ein viereckiger Feldsteinbau, errichtet im 14./15. Jh. Das zugemauerte Portal auf der Südseite stammt aus der Bauzeit. Die Kirche ist mit einem Satteldach versehen und erhielt im 18. Jh. über dem Westgiebel einen Fachwerkdachturm mit Schallöffnungen auf der Nord- und Südseite. Der Turm hat einen achteckigen verschieferten Spitzhelm. Er wird durch eine Spitze abgeschlossen, bestehend aus einer Kugel, einem Wetterhahn und (Morgen-)Stern. Die Glocke aus dem Jahre 1837 wurde in Berlin von Ernst Ludwig Wilhelm Thiele gegossen.
Zwischen 1992 und 1995 wurde die Kirche rekonstruiert und saniert, denn die Tragekonstruktion von Kirchenschiff und Turm waren einsturzgefährdet. So wurden u. a. die vor der Sanierung verputzten Ausfachungen der Fachwerkkonstruktion des Dachturmes steinsichtig ausgeführt. Das Kirchenschiffdach erhielt eine Neueindeckung mit naturroten Biberschwanzziegeln. Der Spitzhelm des Turmes wurde ebenfalls mit Naturschiefer neu eingedeckt.
Der hölzerne Kanzelaltar entstand in spätbarocker Zeit, wobei ein polygoner Kanzelkorb aus der ersten Hälfte des 17. Jhs. verwendet wurde, der von vier Säulen flankiert wird. Im gesprengten Giebel befindet sich eine vergoldete Strahlenglorie mit einem „Auge Gottes“ in der Mitte.
Links im Altarraum steht die hölzerne gefasste sechseckige Taufe aus der Barockzeit. Der Schaft ist mit sechs toskanischen Säulchen versehen. Rechts im Altarraum steht ein hölzernes ebenfalls gefasstes Lesepult. Es ist vierseitig und wird von einer gedrehten Säule gestützt. Eine Inschrift auf der Innenseite des vermauerten Südportals erinnert an das folgende Ereignis: „Hier stand glaubensfest und starb als treuer Wächter dieser Kirche der 78 jährige Pfarrer Christoph Bürger am 1. Oktober 1761 von einem russischen Husaren erschossen.“ Links hinter dem Altar befindet sich der Grabstein für G. v. Bölnitz (gest. 1689) aus Sandstein. Die Kirche hat eine hölzerne, von Pfosten getragene Westempore, auf der die Orgel (ein Manual, Pedal und zehn Register) steht.
Mixdorf
Die evangelische Dorfkirche
Die Mixdorfer Kirche wurde 1719/20 erbaut ; die Jahreszahl steht über der Eingangstür, sie trat an die Stelle einer älteren Kirche , die wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste (aus dem Ende des 16. und beginnenden 17. Jh.). Sie ist rechteckiger Saalbau mit dreiseitigem Ostabschluss, im Westen befindet ein quadratischer verputzter Dachturm. Rechts hinter dem Kanzelaltar befindet sich eine eingemauerte Steintafel, die mit ihrem Text an die Erbauung der Kirche erinnert.
Drei Glocken hängen im Turm, sie stammen aus der Vorgängerkirche. Eine Glocke stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die beiden anderen aus den Jahren 1588 und 1596. Die Wetterfahne trägt die Jahreszahl 1606, ferner befindet sich noch ein Doppeladler und die Buchstaben "B S"auf dieser. Der Doppeladler weist daraufhin, dass die Niederlausitz früher zu Böhmen gehörte und damit unter dem österreichischen Doppeladler der Habsburger stand. Das B steht für Ballei, das eine Ortsgliederung des Johanniterordens darstellt und S steht für Sonnenburg, einem Sitz der Johanniter, der Johanniterorden hatte Mixdorf 1570 zugekauft. Die Leuchter auf dem Altar stammen aus dem Jahr 1653, eine Besonderheit ist Schreibweise des Ortsnamen Mixdorf auf diesen. Die beiden Epithapien stammen aus den Jahren 1691 bis 1694 und erzählen einen Teil der Geschichte von Kupferhammer.
Ein Grabrelief aus Marmor für den Sohn von Kaufmann Hans-Friedrich Bugisch, Vorwerkbesitzer in Mixdorf,von 1742, erinnert an das kurze Leben des Sohnes.
Die Orgel auf der Westempore wurde 1918 vom Orgelbaumeister Wilhelm Sauer aus Frankfurt(Oder) geschaffen. Seit 1985 steht die Kirche unter Denkmalschutz.
Neuentempel
Dorfkirche
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann die Urbarmachung und Besiedlung. Augustinermönche aus dem Osten Europas, aus Naumburg am Bober in Schlesien, gründeten die Dörfer Görlsdorf und Diedersdorf, und die Brüder des Tempelordens kamen aus dem Westen und ließen die Dörfer Lietzen, Marxdorf und Neuentempel entstehen.
Die Urbarmachung des Landes war immer mit dem Bau von Kirchen verbunden. Feldsteine waren in Fülle vorhanden. Zunächst war es das Ziel, das Christentum auszubreiten; andererseits bildeten die Kirchen ein Magnet für viele Siedler. Man zog in ihren Schutzbereich, denn wo Gott zu Hause ist, da ist auch Leben möglich. Und wo eine feste und starke Kirche ist, da ist auch Schutz. Die Mönche halfen in Hungersnöten und bei Krankheiten; die dicken Mauern der Kirchen boten Schutz bei Unwetter und Kriegsgefahr. Die Kirche von Neuentempel ist eine solche Trutzburg. Starke, bis zu zwei Meter dicke Mauer zeugen von ihrem Charakter als Wehrkirche. Enge Pforten erschwerten umso mehr eine militärische Einnehmung. Die quadratisch behauenen Feldsteine sind kaum zu knacken. Und tatsächlich hielt unsere Kirche auch allen Wirren der Zeit stand, bis sie schließlich im April 1945 von deutschen Truppen auf ihrem Rückzug in Brand gesteckt worden ist.
Anfang der 50er Jahre bauten die Neuentempler ihre Kirche wieder auf. Jeder, der konnte, spendete einen Baum. Das kirchliche Leben bekam wieder einen Ort. In ihrem ursprünglichen Zustand konnte die alte Kirche nicht mehr versetzt werden. So bekam der Turm ein schlichtes Pyramidendach, wo einst die mit Kupfer gedeckte, achteckige und hölzerne Haube war, die im Jahr 1728 der Königlich-Preußische Chefzimmerermeister Buchholz aus Cüstrin gefertigt hatte. Die Turmuhren gingen verloren. Zwei Glocken aber überdauerten den Krieg in Hamburg, wo sie auf ihre Einschmelzung warteten. So läuten heute immer noch eine große Glocke aus dem Jahre 1421 und eine kleinere von 1767.
Gestühl, Empore, Kanzel, Taufstein und Altar wurden in den Jahren des Wiederaufbaus in der Tischlerei von Neuentempel hergestellt und tragen deutlich die Handschrift des Tischlermeisters Otto Baier. Ihm gelang es, dem Inneren des quadratischen Kirchenschiffes ein recht harmonisches Bild zu geben. Freilich erinnern sich die alten Neuentempler gerne an den wunderschönen farbigen, barocken Kanzelaltar, an den Taufengel und die Orgel, die seinerzeit unsere Kirche schmückten und unwiederbringlich den Flammen zum Opfer fielen. Seit dem 1. Advent 1998 kann die Kirche sich wieder über ein Orgelpositiv freuen. Wer sich auf einen Rundgang um die Kirche begibt, wird an der Südseite ein ursprüngliches Rundportal erkennen, das jetzt zugemauert ist. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche um ein Drittel vergrößert. In diesem Zusammenhand entstand das schmale Spitzbogenportal im Inneren, dessen Spitze, die Schnittstelle der Erweiterung markiert. Die Kirche Neuentempel wird v.a. für religionspädagogische Projekte genutzt. Neuentempel der Pfarrsitz der Evangelischen Bekenntniskirchengemeinde Lietzen-Neuentempel und der Evangelischen Kirchengemeinde Ruf Falkenhagen.
Steinhöfel
Dorfkirche
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand zunächst der Rechteckchor, als eigenständiges Bauwerk. Er wurde im 14. Jahrhundert um das Kirchenschiff nach Westen hin und im 15. Jahrhundert um den Westturm erweitert. Der Sakralbau wurde im Dreißigjährigen Krieg ebenfalls zerstört und unter der Leitung von Adolf von Wulffen sowie Elisabeth von der Marwitz wiederaufgebaut. Sie stifteten eine Fünte (Taufbecken) und ließen an der Südseite ein Grabgewölbe für die Familie anlegen. Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Handwerker im Auftrag von Balthasar Dietloff von Wulffen und seiner Ehefrau Eva Louise von Beerfelde an der Südseite einen Anbau. Er bestand aus einer Eingangshalle mit Kapelle sowie einer darüberliegenden Patronatsloge. Sie ließen die Öffnungen durch Handwerker „barock“ überformen und erwarben um 1720 eine neue, barocke Kirchenausstattung, darunter einen Kanzelaltar. Um 1775 erhielt der Turm ein geschweiftes Zeltdach mit einer Laterne. Die Wetterfahne zeigt das Jahr der Fertigstellung, 1778 an, die Initialen v. B. stehen für die Patronatsherrin Louise Wilhelmine von Blumenthal, die von 1775 bis 1790 die Geschicke der Kirche leitete. Sie verkaufte das Gut an ihren Schwiegersohn von Massow. Die Familie legte an der Nordseite eine Begräbnisstätte für ihre Angehörigen an, griff aber ansonsten nicht weiter in die Bausubstanz der Kirche ein. Um 1880 ließ Adelheid von Massow, die Enkelin des Hofmarschalls, eine Einfriedung der Begräbnisstätte durch eine Feldsteinmauer anlegen. Sie war in zweiter Ehe mit Gustav Otto August Edwin von Kuylenstjerna verheiratet.
1931 veräußerten die von Massow das Gut an den Landwirt Peine, der einen neuen Friedhof am nördlichen Parkrand errichten ließ. Seit 1957 finden auf dem Kirchhof keine Beerdigungen mehr statt. In einem ersten Bauabschnitt wurde 2012 zunächst der Kirchturm, bis Ende 2013 Kirchenschiff mit seinen Anbauten, der Taufkapelle und der Patronatsloge saniert. 2014 entdeckten Experten in der Patronatsloge bislang unerkannt gebliebene Wandmalereien, die noch erforscht werden müssen. In der Taufkapelle konnte die Grablege derer von Wulffen freigelegt werden. Mit Hilfe von Fördergeldern und Spenden restaurierten Experten den Tauftisch (hier ein geschmücktes Holzgestell für die Taufschale, mit Abdeckung) sowie die Vorderfront der Patronatsloge. 2025 konnte die Kirchengemeinde für die Kirche eine Weihnachtskrippe mit Tonfiguren gestalten lassen.
Wulkow
Die evangelische Kirche
Die evangelische Kirche, die vom kirchlichen Friedhof umgeben ist, wurde wahrscheinlich 1687 erbaut. Im Inneren befindet sich ein Hochaltaraufsatz aus der Zeit um 1700. Die Wulkower Kirche besitzt zahlreiche Kunstschätze, darunter zwei Epitaphien, ein Taufengel, Totenkronenbretter und der Altar. Die ehemalige Gruftkapelle auf dem Friedhof wurde 1695 erbaut.
Ungewöhnlich für eine Dorfkirche dieser Zeit in Brandenburg ist die Bauweise: Das Fachwerk der Kirche ist statt mit Lehm oder Feldsteinen mit stabilen Ziegeln gefüllt, was dem Bauwerk eine große Widerstandskraft gegen heranstürmende Winde in der Ebene gegeben hat. Bis in die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts gehörte die Kirche dem Gut Wulkow als Patronatskirche an, das dementsprechend für die Kirche aufkam.
Erbauer der Kirche ist Joachim Erdmann von Burgsdorff. Über der Schallöffnung der Glockenstube ist diese Jahreszahl zu sehen. An diese Anfangszeit erinnern heute noch der hölzerne Taufengel von 1710, der im Kirchenschiff von der Decke hängt, Wandbilder und das hölzerne Epitaph für den Erbauer. Auch der Patronatsstuhl von Burgsdorffs und seiner Frau, einer geborenen von Schlieben, ist erhalten geblieben. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammt der reich mit Schnitzereien verzierte Altaraufbau. Das Gemälde in seiner Mitte zeigt das Abendmahl. Andere Schätze sind vor allem infolge des Zweiten Weltkrieges verlorengegangen. Die alte Kanzel von 1687 und die Orgel verschwanden nach 1945 spurlos. Der Zweite Weltkrieg hat das Dach stark in Mitleidenschaft gezogen, der Putz am Turm war in den folgenden Jahrzehnten immer mehr abgebröckelt. Kurz nach der Wende ist die Südseite repariert worden, für eine gründliche Sanierung fehlte der Gemeinde das Geld.






































































